Meerwasser Aquarium starten – Schritt für Schritt Anleitung

Meerwasser Aquarium starten – Schritt für Schritt Anleitung

Meerwasser Aquarium starten – Anleitung für Beginner

Ein Meerwasseraquarium zu starten ist für viele Aquarianer ein spannendes Projekt, farbenfrohe Korallen, interessante Fische und lebende Riffe.

Wer ein Meerwasser Aquarium starten möchte, sollte von Anfang an auf die richtige Planung, Technik und stabile Wasserwerte achten.

Meerwasser Aquarium starten – worauf Beginner achten sollten

Damit der Start erfolgreich gelingt, sollte man einige wichtige Dinge beachten.

1. Das richtige Aquarium

Für Anfänger empfiehlt sich ein Aquarium ab etwa 200 Litern, da größere Aquarien stabilere Wasserwerte haben und Fehler eher verzeihen.

Wichtig zu wissen: Das eine perfekte Meerwasseraquarium gibt es nicht. Hier kommt es vor allem auf Optik, Qualität und Budget an. Mit allen namhaften Herstellern kann man problemlos ein Meerwasseraquarium betreiben.

Persönlich empfehle ich jedoch immer, über einen Aquarienbauer nachzudenken. Dort kann man viel stärker auf die eigenen Wünsche eingehen – zum Beispiel bei Maßen, Glasqualität, Optik oder Sonderanfertigungen. So bekommt man ein Aquarium, das perfekt zu den eigenen Vorstellungen und zum Raum passt.

2. Die richtige Technik

Ein Meerwasseraquarium benötigt spezielle Technik:

Auch bei der Technik gilt: Mit allen bekannten Herstellern im Meerwasserbereich kann man ein Aquarium erfolgreich betreiben. Letztendlich entscheidet hier wieder Qualität und Budget.

Mit den etablierten Herstellern von LED-Beleuchtung, Abschäumern und Strömungspumpen kann man bedenkenlos ein stabiles Meerwasseraquarium betreiben.

Spezieller wird es meist erst dann, wenn man anspruchsvolle SPS-Korallen wie Acroporen halten möchte. Hier spielt vor allem eine große Rolle, wie gut sich die Beleuchtung einstellen und anpassen lässt.

Das allerwichtigste im Meerwasseraquarium sind jedoch stabile Wasserwerte. Es geht nicht nur darum, dass bestimmte Werte innerhalb eines bestimmten Bereichs liegen – entscheidend ist vor allem, dass die Werte möglichst stabil bleiben und nicht stark schwanken. Auf dieses Thema gehen wir später noch genauer ein.

3. Riffaufbau

Natürlich soll das Aquarium später auch optisch ansprechend aussehen, dennoch sollte man beim Riffaufbau einige wichtige Punkte beachten.

Wenn man mit Totgestein (Riffgestein) arbeitet, empfehle ich immer zusätzlich etwas Lebendgestein einzubringen. Dieses bringt wertvolle Mikroorganismen und Bakterien mit, die das biologische Gleichgewicht im Aquarium unterstützen.

Beim Aufbau sollte das Riff möglichst luftig gestaltet werden, damit:

  • genügend Versteckmöglichkeiten für Fische vorhanden sind
  • ausreichend Platz für Korallen bleibt
  • eine gute Strömung im Riff möglich ist

Ein wichtiger Tipp beim Start:

Wenn Sand verwendet wird, sollte man niemals zuerst den Sand einfüllen und danach die Steine darauf setzen. Dadurch können unter den Steinen sogenannte Gammelecken entstehen, die später die Wasserwerte negativ beeinflussen können.

Besser ist folgende Reihenfolge:

  1. Zuerst das Riffgestein stabil aufbauen (einige Steine können als „Füße“ dienen).
  2. Danach den Sand einfüllen.

So steht das Riff stabil und es entstehen keine problematischen Bereiche unter den Steinen.

4. Einfahrphase

Während der Einfahrphase entwickelt sich im Aquarium zunächst ein sogenannter Biofilm. Dies erkennt man zum Beispiel daran, dass sich an den Scheiben oder der Rückwand ein leicht schleimiger Belag bildet oder sich stellenweise erste Algen entwickeln.

Sobald diese Phase beginnt, können die ersten Bewohner einziehen: Schnecken.

Schnecken sind im Meerwasseraquarium extrem hilfreich, besonders in der Anfangsphase. Sie helfen dabei:

  • Algen zu kontrollieren
  • organische Reste zu verwerten
  • das System stabil zu halten

Als grobe Empfehlung kann man etwa 10–15 Schnecken pro 100 Liter Aquariumvolumen einsetzen. Später kann der Bestand natürlich noch angepasst werden.

Gerade am Anfang sorgen Schnecken dafür, dass Bewegung und biologische Aktivität ins Becken kommt, was sehr wichtig für eine stabile Entwicklung des Aquariums ist.

 

5. Erste Korallen einsetzen

Bevor die ersten Korallen eingesetzt werden, sollten sich die Wasserwerte in einem akzeptablen Bereich befinden.

Ich persönlich empfehle, das Aquarium zusätzlich regelmäßig mit einer ICP-Analyse zu begleiten, zum Beispiel mit einer Fauna Marin ICP Analyse. Dadurch erhält man eine sehr genaue Übersicht über alle wichtigen Wasserwerte und oft auch konkrete Handlungsempfehlungen.

So hat man die Möglichkeit, die wichtigsten Werte frühzeitig zu erkennen und stabil einzustellen.

Bei den ersten Korallen sollte man darauf achten, keine sehr empfindlichen Arten einzusetzen. Ziel ist es zunächst, Biomasse ins Aquarium zu bringen, damit das System stabiler wird.

Sehr gut geeignet sind zum Beispiel robuste und größere Weichkorallen. Diese helfen dabei, das Aquarium biologisch zu stabilisieren und erste Nährstoffe zu verbrauchen.

Später können diese Korallen problemlos durch anspruchsvollere Arten ersetzt oder ergänzt werden.

Ich empfehle außerdem, das Aquarium relativ zügig mit Korallen zu besetzen – zum Beispiel alle 1–2 Wochen einige neue Korallen. Wichtig ist dabei jedoch immer, die Wasserwerte regelmäßig zu kontrollieren.

Für den Anfang reichen einfache Tröpfchentests völlig aus. Es genügt meist, einmal pro Woche die wichtigsten Wasserwerte zu überprüfen.

Dazu gehören vor allem:

  • Salinität (Salzgehalt)
  • Karbonathärte(KH)
  • Calcium
  • Magnesium
  • Nitrat
  • Phosphat

Wenn diese Werte stabil bleiben, steht einem erfolgreichen Start ins Meerwasseraquarium nichts im Weg.